Die Geschichte des Schützenvereins

Nachdem die Arbeit im Kriegerverein in den ersten Jahren des zweiten Weltkrieges zum Erliegen gekommen war und die meisten Menschen in den ersten Nachkriegsjahren andere Sorgen als Feiern, Tanzen oder Schießen hatten, kam es in den frühen Fünfzigern zu einer Wende. Es ging langsam aufwärts in Deutschland und so verwundert es nicht, dass gerade in dieser Zeit der Gedanke an eine Neugründung des Kriegervereins aufkam. Nur der Name Kriegerverein schien nicht mehr zeitgemäß. So fand – auf Einladung von Bernhard Rechtien – am 16.8.1951 im Saale Bücker eine Gründungsversammlung statt, auf der die Schützenbruderschaft Fladderlohausen ins Leben gerufen wurde. 39 Schützen waren zu der Versammlung erschienen. Sie wählten aus ihrer Mitte einen vorläufigen Vorstand.

Als Kompanieführer wurden für die Seniorenkompanie Ferdinand Olberding und für die Juniorenkompanie Heinrich Ebeling gewählt. Man beschloss dann, sich in vierzehn Tagen wieder zu versammeln und bis dahin so viele Mitglieder wie möglich zu werben.

Nachdem dann zwei Wochen geworben wurde, traf man sich am 26.8.1951 wieder im Saale Bücker. Nun zählte der Verein schon mehr als 150 Mitglieder. Ein neuer Vorstand wurde gewählt und außer Josef Blömer und Heinrich Bücker gingen alle Mitglieder des vorläufigen Vorstandes in den neugewählten Vorstand über. Bernhard Rechtien wurde Präsident und Heinrich Ansmann Vizepräsident. Zum Schriftführer wurde Hermann Niemann, zum Kassierer der Lehrer Albert Pundsack, zum Schießwart Richard Wachholz und zum Kommandeur Alfons Beckermann gewählt. Erweitert wurde der Vorstand durch Ernst Schütte, Friedrich Stickfort, August Wienholt, August Hausfeld und Alfred Woelke. Des Weiteren wurde eine dritte Kompanie eingeführt, geleitet von Alfred Woelke. 

Man einigte sich dann darauf, noch im selben Jahr, am 9.9.1951 ein Schützenfest durchzuführen. Da der letzte Vorkriegskönig, Karl Schulte, im zweiten Weltkrieg gefallen war, wählte man seinen Onkel, Wilhelm vor dem Felde, zum Vertreter. Das Schützenfest wurde dann auf dem Hof der evangelischen Schule gefeiert, auf dem auch die Kinderbelustigung und das Königsschießen stattfanden.

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Schützenfest 1951

Erster König wurde mit einer Ringzahl von 34 Ringen Heinrich Wernke, der sich Margret Pöppelmann zur Königin auserkor. Und auch bei den Kindern wurde um die Königswürde gerungen, die sich dann Dieter Fendesack mit 28 Ringen sichern konnte. Er nahm sich Helga Gottschalk zur Königin. Abends ging es dann zum Festtanz in den Saal Bücker.

Das Schützenfest 1952 feierte man dann schon auf dem Schützenplatz an der Holdorfer Straße, den man zu diesem Zwecke angemietet hatte. Hier wurden im Laufe des Jahres ein Schießstand mit dazugehöriger Halle gebaut.

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Bataillonsbefehl Schützenfest 1952

Am 11.2.1953 wurde zum ersten Mal das so genannte Winterfest im Saale Bücker durchgeführt. Dieses Fest besteht noch heute, allerdings heißt es nun Schützenball und findet seit 1999 in der Schützenhalle statt.

Am 4.6.1955 wurde auf einer Vorstandsversammlung eine neue Kompanieeinteilung beschlossen. Die Ortsteile Fladderlohausen I und II, eine Einteilung die weit zurückreicht, stellten die ersten beiden Kompanien. Die Ortsteile Fladder und Wenstrup werden zur III., Holdorf, Holdorf-Bahnhof und Grandorf zur IV. Kompanie. Alle Jugendlichen von 14 bis 21 Jahren wurden in der Jugendkompanie geführt.

Auf der Generalversammlung am 8.12.1963 kam es zu einem Einschnitt in der Vereinsgeschichte. Nach einer Amtszeit von 12 Jahren gab Bernhard Rechtien die Präsidentschaft ab und wurde durch Hermann Niemann ersetzt.

Ab 1965 wurde die Autobahn gebaut, so dass der Schützenverein auf den heutigen Platz umziehen musste. Im Juni 1969 konnte der neue Schützenplatz mit einem großen Schützenfest eingeweiht werden. Beim Festumzug marschierten etwa 100 Schützen durch den Ort. 1972 kam es dann zur Veränderung bei den Kompanien: Die IV. Kompanie wurde der III. Kompanie zugeschlagen. Somit wurden die Jungschützen zur IV. Kompanie.

1976  feierte der Verein sein erstes großes Jubiläum, das fünfundzwanzigjährige Vereinsbestehen. Achtzehn Gastvereine und fünf Musikkapellen machten den Umzug zu einem Großereignis, bei dem 700 Schützen durch Fladderlohausen marschierten. Zusätzlich zum  König wurde im Jubiläumsjahr unter allen ehemaligen Königen auch ein Kaiser ausgeschossen. Die Ehre wurde Josef Kenkel zuteil. Wie stark dieses Ereignis den Lorsern in Erinnerung blieb, ist daran abzulesen, dass es seit 1976 die Kaiserstraße in Fladderlohausen gibt. Außerdem gab es im Jubiläumsjahr noch einen Königsball, zu dem nebst dem Vorstand alle ehemaligen Könige eingeladen wurden.

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Schützenfest 1976; Kaiser Josef Kenkel

Am 6.1.1991 kam es dann zum Ende einer langen Ära. Hermann Niemann trat nach 27 Jahren als Präsident und 40 Jahren als Mitglied des engeren Vorstands aus Altersgründen von seinem Amt zurück. Ersetzt wurde er durch Josef Wernke, der seit 1970 Vizepräsident war. Im Mai 1991 wurde das vierzigjährige Jubiläum des Vereins gefeiert. Mit einem großen Umzug, bei dem wieder mehrere Gastvereine mitmarschierten, wurde der Festtag gebührend gefeiert.

1994 gab Josef Wernke das Amt es Präsidenten ab, nachdem er 32 Jahre im engeren Vorstand und davor sieben im erweiterten Vorstand mitgearbeitet hatte. Zu seinem Nachfolger wurde am 9.1.1994 Georg Ansmann sen. gewählt. Sein Stellvertreter  wurde Günther Boye.

Ansmann stellte dann, nach sechs Jahren als Präsident und 27 Jahren im engeren und erweiterten Vorstand, am 9.1.2000 sein Amt zur Verfügung. Günther Boye trat nun seine Nachfolge an und Helmut Olberding wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Für Sie galt es nun, den Schützenverein Fladderlohausen ins neue Jahrtausend zu führen und die Arbeit ihrer Vorgänger fortzusetzen, damit es so bleibt, dass die Dorfgemeinschaft durch die Vereinsarbeit gepflegt wird und der Schützenverein Fladderlohausen aus dem Lorser Alltag nicht wegzudenken ist.

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Aktuelle Vereinsfahne Schützenverein Fladderlohausen