Der Kriegerverein Fladderlohausen

Der Kriegerverein Fladderlohausen wurde im Jahre 1911 gegründet. Dies lässt sich aus dem Aufdruck auf der Vereinsfahne, aus einem alten Dokument und aus Berichten in der OV entnehmen. Ansonsten fehlen über die ersten Vereinsjahre jegliche Informationen. Weder die Namen der führenden Personen, noch die Zahl der Mitglieder sind bekannt, da in Fladderlohausen keinen Aufzeichnungen vorhanden sind. Ab dem Jahr 1913 erfahren wir dann mehr und zwar durch Protokolle des Kriegerverbandes in Vechta. So gehörte 1913, als Fladderlohausen dem Kriegerverband wohl beitrat, sofort ein Lorser, nämlich Heinrich Dierßen, dem Kreisverband an. Daraus und aus Befragungen älterer Lorser darf man wohl schließen, dass er der erste Vorsitzende des Fladderlohausener Kriegsvereins war. Im Jahre 1921 stellte der Kriegerverein Fladderlohausen zwei Delegierte beim Verbandstag, einer von ihnen war der evangelische Hauptlehrer Wilhelm Busch, der auch das Amt des stellvertretenden Schriftführers inne hatte und der zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich auch der Vorsitzende in Fladderlohausen war. Außerdem ist bekannt, dass der Verein in diesem Jahr 62 Mitglieder hatte.

Im Jahr 1921 kam es dann auch zum ersten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte – der Einweihung der Kriegerdenkmals. Dieses Denkmal, das aus den Spendengeldern der Bürger aus Fladderlohausen, Grandorf und Fladder finanziert wurde, wurde am 14.5.1921 unter der Leitung des Maurermeisters Hermann Bavendiek aus Holdorf errichtet. Am 28.8 des Jahres wurde es dann feierlich eingeweiht. Hierzu waren neben zwei Musikvereinen und dem Chor aus Neuenkirchen auch die benachbarten Kriegervereine aus Gehrde, Badbergen, Neuenkirchen und Damme anwesend. Außerdem legte eine Abordnung des Kreiskriegerverbandes einen Kranz nieder.

 

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Denkmal mit Kranzträgern

 Im Jahre 1924 hatte der Verein dann laut Vechtaer Protokollbuch 59 Mitglieder. Im selben Jahr fand dann in Bakum ein Wettschießen statt, in dem der Lorser Schütze Alfons Beckermann den ersten Platz erringen konnte.

1925 wurde Hermann Wilder Hauptlehrer in Fladderlohausen und löste Wilhelm Busch ab, der nach Börstel versetzt wurde. Im gleichen Jahr wurde der Lehrer Bernhard Wittrock von Dinklage nach Fladderlohausen an die katholische Schule versetzt, der dann irgendwann in den folgenden Jahren bis 1933 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Wittrock brachte dann wohl neuen Schwung in das Vereinsleben, so wurde zum Jubiläum 1931 eine neue Fahne angeschafft.

Und 1933 kam es dann zum vorläufigen Höhepunkt des Vereins: dem ersten Schützenfest in Fladderlohausen. Erster König war Bernhard Rechtien, der sich Agnes Wernke zur Königin nahm. Seine Regentschaft beendete er jedoch mit seiner späteren Frau Maria Themann, mit der er sich 1934 verlobt hatte. Abgelöst wurde Rechtien 1934 von Josef Rönker, der sich Frieda Heil (heute Lindemann) zur Königin erkor.

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Der erste König des Kriegervereins, Bernhard Rechten mit Ehrendamen

In den darauf folgenden Jahren ist nur Hermann Theile als König bekannt, der mit Minna Rennecke ein Königspaar bildete, wann dies war, ist jedoch ungewiss. Sicher ist jedoch, dass Karl Schulte, der im zweiten Weltkrieg gefallen ist, der letzte Vorkriegskönig war, entweder 1939 oder 1940.

Nachdem es auch vor 1933 schon Kinderschützenfeste gegeben hatte, die bei Heitmanns stattfanden, wurde auch diese Tradition 1933 wiederbelebt. Der Kinderkönig wurde beim Scheibenschießen ausgeschossen. Als Kinderkönigspaare sind Hermann Niemann mit der Königin Hilda vor dem Felde und Georg Ansmann mit Luzi Perner bekannt.

1935/36 wurde der Kriegerverein Fladderlohausen bei der Gaumeisterschaft im Schießen Kreissieger. Beim Gaufinale in Bremen machte man dann einen hervorragenden zweiten Platz.

1939 brach der zweite Weltkrieg aus und die Vereinsarbeit kam völlig zum Erliegen. Die Vereinsfahne konnte jedoch auf Bückers Dachboden den Krieg überdauern und ging mit in die Vereinsfahne des Schützenvereins ein.

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Die alte Fahne des Kriegervereins